Heute morgen mussten wir früh raus, um rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein, bevor es hell wird. Mit einer kleinen Gruppe von 6 Jägern und 3 Hunden sind wir los und haben am Bach Aufstellung genommen und sind dann alle gleichzeitig auf den Damm. Die Enten flogen auf und es fielen einige Schüsse. Eine Ente war nach rechts im Sinkflug abgestrichen. Yaska rannte erst übereifrig und planlos auf der Dammböschung hin und her. Als die Ente angetrieben wurde, hab ich sie nochmal geschickt. Mit einem Satz rein, Yaska wurde ebenfalls von der starken Strömung nach links abgetrieben, hat aber die Situation erfasst und sich die Ente quasi ins Maul schwimmen lassen und ans Ufer gebracht.
Das war das erste mal, dass sie auf einer richtigen Entenjagd apportiert hat und dann noch bei solcher Strömung. Die beiden DK, die noch dabei waren sind erfahrener und tun sich durch ihre Grösse auch leichter. Jetzt hatten wir schon mal 3 Enten.
Ein ganzes Stück weiter die Nidda abwärts, wo sie nicht mehr so begradigt ist, sondern wieder in Bogen fliesst – aber nicht weniger starke Strömung, haben wir die nächste Stelle in Angriff genommen. Wieder fielen einige Schüsse. Eine Ente kam von rechts angetrieben, und wie ich Yaska schicke, taucht die Ente am Ende der Insel weg. Yaska hat gegen die Strömung keine Chance, scheint bei aller Anstrengung auf der Stelle zu stehen, gibt erst nach mehreren Minuten auf und findet mit Mühe einen Platz wo sie aussteigen kann.
Noch ein Erpel streicht ab und fällt auf Schuss ins Wasser. Yaska springt mit Elan in die Nidda, fast zu kurz für die Strömung, schafft es aber mit „Düsenantrieb“ den Erpel rechtzeitig zu packen. Sie will auf dem kürzesten Weg zu mir bringen, aber es gelingt ihr nicht an dem Steilufer auszusteigen. Ich muss ihr helfen, nehme ihr den Erpel aus dem Fang, wobei ich selber fast mit einem Stiefel ins Wasser rutsche. Aber auch alleine schafft sie es nicht, ich muss sie am Kragen packen und ein Stück hochhieven bis sie in der Böschung Halt bekommt.
Dann taucht die geflügelte Ente am Rand der Insel auf und erhält den Fangschuss und treibt ab. Ich laufe auf dem Damm flussabwärts und rufe Yaska, die mir erst mal den Erpel nachbringt. Als sie die Ente auf der andern Seite treiben sieht, sucht sie sich zwischen umgefallenen Weiden einen Einstieg und schafft es auch zum Dritten mal zu bringen. Diesmal findet sie auch einen Ausstieg, der zu bewältigen ist.
Ihr fehlt es an Erfahrung, wenn das Ufer zu steil ist, sich ein Stück treiben zu lassen und einen besseren Ausstieg zu suchen und übers Ufer zu bringen.
Während die beiden DK noch am andern Ufer nach Enten suchen, lasse ich Yaska schon in der kniehohen Gründüngung hinter uns frei verloren suchen, wo zwei oder drei Enten hineingefallen sind. Yaska bringt eine Ente, ein DK eine weitere, die dritte findet sich leider nicht obwohl die drei Hunde bestimmt über eine halbe Stunde gründlich gesucht haben.
Trotzdem sind wir mit insgesamt 10 Enten sehr zufrieden.
Yaska hat gezeigt, dass sie gut gelernt hat und für die Praxis taugt. Absolut schussruhig (Standruhe), nicht hektisch und sicher im Apport. Mit dem Einweisen und Lenken klappt es noch nicht so gut, aber das ist sicher auch noch mangelnde Erfahrung. Immerhin hat sie von den 10 Enten vier gebracht, und davon 3 aus dem Flüsschen (das waren alle die rechts von uns runter kamen, sie hat keine davon verpasst).
Ich bin richtig stolz auf mein Mädchen!